walkaway
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walkaway

cory doctorow
Gesehen / gelesen am: 19.07.2026

walkaway entwirft ein szenario nach der knappheit von resourcen. ohne umweg über utopischen kitsch. zwei parallele gesellschaftsformen: die "default"-welt, in der ultrareiche (die "zottas") eigentum, kontrolle und künstliche knappheit verteidigen, und die "walkaways" – menschen, die freiwillig aussteigen und in verlassenen industriezonen post-knappheits-communities aufbauen.
zentrales element: 3d-druck und offene fertigungstechnologie machen materielle güter reproduzierbar. wenn alles kopierbar ist, verliert eigentum seinen sinn – reputation und kooperation werden zur eigentlichen währung. walkaway-gesellschaften organisieren sich ohne zentrale hierarchie, mit ad-hoc-konsens und offener wissensteilung.
der roman verhandelt außerdem mind-uploading als konkrete technologie, nicht als sci-fi-beiwerk – bewusstsein wird zu daten, was fragen nach identität, tod und kontinuität aufwirft.
politisch ist walkaway unverhohlen parteiisch: knappheit ist demnach nicht naturgegeben, sondern durchgesetzt, um bestehende machtverhältnisse zu stabilisieren. die zottas bekämpfen die walkaways nicht aus wirtschaftlicher notwendigkeit, sondern weil ein funktionierendes alternativmodell ihre legitimation untergräbt.
schwächen: dialoglastige passagen, in denen figuren theorie referieren.