eine studie der humboldt-universität berlin1, hat etwas empirisch belegt, was viele schon ahnen: wer mit informationen über die tatsächliche vermögensverteilung konfrontiert wird, entwickelt stärker populistische einstellungen. nicht weil die leute irrational wären — sondern weil die reaktion auf ein system, das offensichtlich für andere funktioniert, eine nachvollziehbare ist.2
eine panelanalyse über 20 demokratien, kommt zu einem ähnlichen schluss: wenn der einkommensanteil des ärmsten zehntels sinkt, steigen die wahlergebnisse rechtsradikaler parteien. die autoren nennen das ausdrücklich ein "hausgemachtes problem" — das ergebnis politischer entscheidungen, keine naturgewalt. 3
in österreich liegt die fpö aktuell bei rund 36 prozent in umfragen. das ist keine zufälligkeit, und es hat auch nicht primär mit migration zu tun — auch wenn das die debatte dominiert. es hat damit zu tun, dass ein wachsender teil der bevölkerung das gefühl hat, dass die regeln nicht für sie gemacht werden. dass arbeit sich nicht auszahlt. dass chancen vererbt werden. dieses gefühl ist, wie die hu-studie zeigt, kein irrtum — es entspricht der realität.
das zynische daran: die parteien, die von dieser unzufriedenheit profitieren, sind in der regel dieselben, die eine besteuerung großer vermögen am konsequentesten ablehnen. die ungleichheit, die den boden für ihren erfolg bereitet, werden sie nicht beseitigen. sie brauchen sie.
wer das system für kaputt hält
kommentare
Ich denke, das dieses gemeine Wahlvolk einfach nicht mehr belogen werden will- also wählt man das, was von den etablierten Betrügern als "unmöglich, rechtsextrem, rassistisch" gebranntmarkt wird. Ich wähle auch irgendwas, ausser SPD, CDU oder Grüne. AfD geht auch nicht... So ist das, wenn von Lobbyisten beeinflusste Politiker über Jahrzehnte ihr Unwesen treiben.
allerdings sind die lügen der "rechten" mindestens so dreist wie die der etablierten betrüger. fpö. afd, maga usw. machen politik ausschließlich für reiche.
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