vier monate

vier monate

ich habe etwas gelesen, was ich mir eigentlich schon lange denke: produktivitätssteigerung muss nicht in mehr geld für wenige münden. Sie könnte in zeit umgewandelt werden. für alle, die sie erwirtschaften. vier monate erwerbsarbeit im jahr. den rest für anderes.
nicht urlaub. nicht freizeit als erholung, damit man danach wieder funktioniert. sondern zeit, die einem gehört. für gemeinschaft. für dinge, die man gut machen will, nicht schnell.
und reisen. aber anders. mit dem zug nach süditalien, nicht weil es praktisch ist, sondern weil der weg selbst etwas ist. mit dem schiff nach asien. langsam. wie es war, bevor reisen zum produkt wurde, das man konsumiert und abhakt.
ich fahre diesen sommer nach peschici. mit dem auto, drei tage hin, drei tage zurück, mit der familie. es ist kein langsames reisen im sinne der annahme. aber ich merke, dass mich der gedanke interessiert: was wäre, wenn die anreise selbst der inhalt wäre? nicht ankunft optimieren, sondern unterwegs sein wollen.
das gegenteil von selbstoptimierung ist nicht faulheit. es ist verlangsamung. sachen gut machen statt schneller. kein druck, produktiver zu werden. keine industrie, die geld vermehrt ohne etwas herzustellen. keine bullshit-jobs, die niemand braucht und die niemand machen will.
ich weiß nicht, ob vier monate reichen würden. Aber die frage gefällt mir: wofür würde ich die anderen acht monate nutzen?