sam levine, leiter des department of consumer and worker protection unter zohran mamdani in new york im zeit.de-interview:
...es geht viel zu oft um die Frage, ob Milliardäre wegziehen. Und es geht viel zu selten darum, warum etwa so viele Schwarze New Yorker die Stadt verlassen müssen...
dass so viele menschen in diesem land das vertrauen in die demokratie verloren haben, liegt meiner meinung nach entscheidend daran, dass sie spüren, dass die demokratie kaum für die normal arbeitende bevölkerung da ist.
wenn sowas in new york, in den usa 2026 durchgeht, dann ist noch hoffnung. hoffnung auf politik für alle menschen, nicht für superreiche und konzerne.
das klingt selbstverständlich. ist es aber nicht. jahrelang war die standardantwort auf wachsende ungleichheit: wachstum. wenn die wirtschaft wächst, profitieren alle. trickle-down als versprechen, als beruhigungspille, als ausrede dafür, die eigentlichen fragen nicht zu stellen. wer profitiert. wer zahlt. wer entscheidet.
mamdanis wahlkampf in new york hat gezeigt, dass es möglich ist, diese fragen laut zu stellen — und damit zu gewinnen. nicht trotzdem, sondern deswegen. weil viele menschen längst wissen, dass das system so nicht länger funktioniert. sie warten nicht auf jemanden, der ihnen erklärt, dass alles kompliziert ist. sie warten auf jemanden, der sagt: ja, es ist ungerecht, und wir ändern es.
das ist keine naive utopie. das ist politik, die von der realität der mehrheit ausgeht, nicht von den sorgen der oberen zehntausend. ob jemand seine miete zahlen kann. ob der arbeitsweg zumutbar ist. ob man krank werden darf, ohne sich dabei finanziell zu ruinieren.
in österreich fühlt sich das alles weit weg an. dabei sind die mechanismen dieselben. die diskussion über steuern dreht sich auch hier fast ausschließlich darum, was investoren und konzerne brauchen. die, die jeden monat schauen müssen ob es sich ausgeht, kommen in dieser debatte kaum vor — außer als abstrakte größe, als "die mitte", die man nicht belasten darf, während man sie gleichzeitig alleine lässt.
new york ist kein blaupause. aber es ist ein zeichen, dass es auch anders geht. dass politik nicht zwingend bedeutet, zwischen pest und cholera zu wählen. manchmal bedeutet es einfach: jemand stellt sich auf die richtige seite.