ich bin neben meiner haupttätigkeit im krankenhaus auch pflegegeldgutachter. einmal im monat fahre ich zu den sogenannten "pflegegeldwerbern". ich begutachte die pflegebedürftigkeit und erstelle anschliessend ein schematisches gutachten.
die besuche bei den leuten sind das interessanteste an dieser tätigkeit. ich komme in der gegend herum und suche die menschen zu hause auf. ich befrage und beschaue die fähigkeiten und die einschränkungen. ich sehe die wohumgebung. manchmal sind die menschen einsam und haben ein redebedürfnis. im rahmen der möglichkeit höre ich zu. und erfahre zum teil tragisches, zum teil interessantes, zum teil unglaubliches.
heute zum beispiel hat mir eine frau erzählt, dass sie mit 13 jahren von ihrer familie zu einem bauern kam um dort zu arbeiten. seither hat sie mit der arbeit nicht mehr aufgehört. jetzt ist sie über 80 und ihre arme und hände sind so arthritisch, dass sie kaum mehr greifen können. ihre beine und kniegelenke sind so kaputt, dass sie kaum mehr gehen kann.
bis jetzt lebt sie alleine und versorgt sich mit hilfe ihrer kinder selbst.
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